Geometrie der Gesprächsführung®

Das ist mein Arbeitsmodell für anspruchsvolle Gespräche. Im Coaching, in Führung, Vertrieb und im Umgang mit KI‑Systemen. Sie macht sichtbar, welche Faktoren in einem Gespräch gleichzeitig wirken und an welchen Stellen es sich lohnt, anzusetzen, wenn Zeit, Klarheit oder Entscheidungsqualität fehlen.

Mit dem Modell kannst du Gespräche schneller einordnen, gezielter steuern und auf einen nächsten konkreten Schritt hin ausrichten.

Eine erste Einführung in das Modell gebe ich in diesem Video. Wenn du lieber hörst und siehst, bevor du liest, startest du hier

Das äußere Dreieck

Das äußere Dreieck ist der Teil der Geometrie, mit dem viele Menschen in kurzer Zeit sehr viel Gesprächszeit sparen. Es besteht aus drei prozessorientierten Fragen:

  • Was soll in diesem Gespräch erreicht werden?
  • Was ist bisher zu diesem Thema passiert oder gelernt worden?
  • Welche Möglichkeiten haben wir innerhalb der gegebenen Bedingungen?

Diese drei Fragen bilden einen Gesprächskompass. Sie helfen, ein Gespräch von Anfang an klar zu rahmen – und sie ermöglichen es auch, später wieder auf den Punkt zurückzukommen, wenn sich Verhalten oder Inhalte vom ursprünglichen Ziel entfernen.

Ziele & Ergebnisse

Was genau soll am Ende dieses Gesprächs erreicht sein? Eine verbindliche Zielsetzung hat einen klaren Inhalt, ein konkretes Ausmaß und eine Zeitangabe. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit liegt darauf, auch Verhaltensziele so zu formulieren, dass sie beobachtbar und überprüfbar werden – statt bei allgemeinen Schlagworten wie „freundlicher“, „engagierter“ oder „unternehmerischer“ stehenzubleiben.

Erfahrungen & Erkenntnisse

In vielen Sprachmustern steckt der Fokus auf dem Misslungenen – Formulierungen wie „knapp daneben ist auch vorbei“ sind typische Beispiele. In meiner Arbeit sammle ich Lernerfahrungen und gelungene Beispiele so, dass sie als Motivationsschub dienen und den Blick auf Ressourcen öffnen, die für ein anspruchsvolles Ziel bereits vorhanden oder leicht zugänglich sind.

Möglichkeiten & Bedingungen

Ein zentraler Faktor für das Erreichen von Zielen ist das Verhältnis zwischen selbstbestimmten Möglichkeiten und fremd oder teilfremdbestimmten Bedingungen. In meiner Arbeit trenne ich beides: Wir klären, was jemand oder ein Team tatsächlich gestalten kann – und was als Rahmenbedingung zu akzeptieren ist. Aus dieser Unterscheidung entsteht oft erst der Glaube, dass ein Ziel erreichbar ist.

Das innere Dreieck

Das innere Dreieck verbindet die drei Eckpunkte des äußeren Dreiecks über Motivation, Ressourcen und Glaubenssystem. In der Arbeit mit dem Modell steuern wir diese drei Bereiche über Fragen und Anregungen. Der Blick auf Lernerfahrungen und gelungene Beispiele unterstützt Motivation, eine klare Liste selbstbestimmter Möglichkeiten stärkt das Glaubenssystem, ein Ziel erreichen zu können. Aus der Kombination von rekonstruktiv aufbereiteten Erfahrungen und konstruktiv erweiterten Möglichkeiten entsteht der Ressourcenpool, auf den jemand in anspruchsvollen Situationen zurückgreifen kann.

Motivation

Motivation verbindet Erfahrungen mit dem Ziel. Wenn wir Ziele bilden, greifen wir bewusst oder unbewusst auf bestehende Erfahrungen zurück, die wir auf diese Zielsetzung übertragen. Es lohnt sich zu beobachten, welche Liste länger ist: die der negativen Erfahrungen, die der Lernerfahrungen oder die der gelungenen Beispiele – davon hängt ab, wie viel Antrieb für ein anspruchsvolles Ziel zur Verfügung steht.


 

Ressourcen

Ressourcen verbinden Erfahrungen und Möglichkeiten. Sie entstehen aus dem, was jemand bereits erlebt hat, aus verfügbaren Optionen und aus erfüllbaren Bedingungen, mental, technisch, finanziell oder organisatorisch. Der Umfang dieses Ressourcenpools wirkt direkt auf Motivation und Glaubenssystem: Wer beides stärken will, arbeitet daran, diesen Pool für sich und andere sichtbar zu machen und zu erweitern.

Glaubenssystem

Glauben verbindet Möglichkeiten mit dem Ziel. Ob ein Ziel als erreichbar wahrgenommen wird, hängt stark davon ab, wie jemand das Verhältnis von selbstbestimmten Möglichkeiten zu fremdbestimmten Bedingungen einschätzt. In der Arbeit mit der Geometrie gibt es zwei Wege: Entweder wird ein Ziel auf Basis einer bereits vorhandenen Möglichkeitenliste formuliert – dann folgt das Glaubenssystem leichter nach. Oder ein anspruchsvolles Ziel steht am Anfang, und es lohnt sich, die Liste der selbstbestimmten Möglichkeiten gezielt auszubauen, damit das Glaubenssystem auf dem Weg dorthin stabiler wird.

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